Empfang für Ferdinand II

von Katja Stauffer (Kommentare: 0)

Empfang für Ferdinand II

Schwarzenberger Herolde und "’s Lumbegesindel" würdigen ein historisches Ereignis in Waldkirch.

  1. Die Buccinen mit ihrem neuen Behang. Foto: Gabriele Zahn

  2. Einzug des Erzherzogs Ferdinand II, dargestellt von den Üsenberger Landsknechten. Foto: Fotos: Gabriele Zahn

 

WALDKIRCH. Anlässlich des Besuchs des Erzherzogs Ferdinand II in Waldkirch vor 450 Jahren erinnerten der Fanfarenzug der Schwarzenberger Herolde und die historischen Spielleyt "’s Lumbegsindel" an dieses Ereignis. Trotz der kalten Witterung ließen sich etwa 75 Zuschauer von dem von der Burgköchin und dem Probst wortreich kommentierten Ereignis vor dem Elztalmuseum verzaubern.

Vor fast genau 450 Jahren reiste Erzherzog Ferdinand II mit seinem 500 Mann starken Gefolge von Innsbruck zum Landtag nach Freiburg. Zum Übernachten legte er in Waldkirch eine Rast ein. Nach der Begrüßung durch den Rat der Stadt war der Erzherzog Gast in der Propstei des Klosters St. Margarethen, dem heutigen Elztalmuseum. Propst Adrian Manth hatte anno 1567 die Ehre, den hohen Gast beherbergen zu dürfen. Auch damals traten zu Erzherzogs Ehren Musiker auf. Hubert Bleyer von den Schwarzenberger Herolden forderte die Besucher auf, nicht als Badener, sondern als Vorderösterreicher dem Erzherzog einen triumphalen Empfang zu bereiten.

Feierlich eröffnete das Buccinen-Ensemble den ungewöhnlichen Abend mit der Sinfonia von Georg Friedrich Händel.

 


"Holla, Magd! Was treibt ihr euch hier herum?", tönte Probst Adrian Mantz alias Thomas Kern. "Die Treppe muss doch sauber und gerichtet sein!", entgegnete Burgköchin Barbara Kern. "Der Erzherzog kann jederzeit kommen." "Der Erzherzog nahet noch nicht", stellte der Propst fest und erklärte dem Publikum die Sitten am Hof: "Wenn der Erzherzog naht, könnt ihr nicht auf euren Afterballen sitzen bleiben. Ihr müsst aufstehen und ihn frenetisch jubelnd empfangen."

Um die Zeit bis zum Einzug des Erzherzogs zu überbrücken, spielte zunächst der Fanfarenzug konzertant unter anderem den "Königstrompeter" von Steffen Wardemann und "Sbandieratori", arrangiert von Jochen Klausmann. Dabei präsentierte eine Fahnenwerferin die hohe Kunst des Fahnenschwingens. Auch "’s Lumbegsindel" erfreute die Gemüter unter anderem mit dem althochdeutschen "Meerseburger Zauberspruch" und mit "La Marmotte", das Murmeltier. Ein Höhepunkt war die Uraufführung des vierstimmigen Tanz- und Trinkliedes "Tourdion" von Pierre Attaignat.

"sssssssssss Bummm" – ein Böller kündigte den Erzherzog an. Erhaben schreitet Erzherzog Ferdinand II mit seinem Gefolge, gespielt von den Üsenberger Landsknechten, in die Arena. "Hattet ihr einen guten Weg gehabt?", fragte der Propst. "Die Wege waren nicht die allerbesten", antwortete der Erzherzog, zum Teil habe neben den Wegen gefahren werden müssen ... . Sodann erklangen vom Fanfarenzug der Triumphmarsch aus Aida und der "Ruf des Tigers" von Hermann Dirscherl. "’s Lumbegsindel" forderte danach mit "Tanz mit mir" zum Tanzen auf, aber auch die Nachricht vom "Papst und Sultan", dargestellt auf Plakaten, gaben die Musiker zum Besten.

Den Besuch des Erzherzogs haben die Schwarzenberger Herolde lang vorbereitet, berichtete Thomas Kern, ganz neu haben nun auch die Buccinen einen Behang. Kern stellte die Wimpel vor: Auf der einen Seite prangt das Wappen der Schwarzenberger Herolde mit den wilden Männern, auf der anderen Seite ist entweder das vorderösterreichische Wappen oder das Wappen der Stadt Waldkirch zu sehen. Die "Sonate" von Matthias Haschka, gespielt vom Buccinen-Ensemble, und die Olymp-Husarenfanfare, gespielt vom Fanfarenzug, komplettierten die kurzweilige Abendserenade mit dem Besuch des Erzherzogs. Alle Musiker und Darsteller erhielten stürmischen Applaus. Im Anschluss luden die Schwarzenberger Herolde die Zuhörer zu einem mittelalterlichen Glühmost ein.

Quelle: Badische Zeitung 

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